Vergangenheit und Zukunft

1851 wurde in Braunschweig die erste Spargelfabrik gegründet, die ihre Produkte in Dosen konservierte. In dem Maße, wie in den folgenden Jahren diese neue Industrie wuchs, entwickelten sich auch Firmen wie Klinghammer, die Lebensmittel konservierten, Dosen herstellten und die entsprechenden Maschinen für deren Herstellung lieferten.

1894 – Die Gründung
Die Firma Klinghammer wurde im Jahre 1894 von dem Ingenieur Julius Klinghammer in einer zunächst gemieteten Werkstatt gegründet, um Maschinen für die damals aufkommende Konservenindustrie herzustellen. Dank der Zielstrebigkeit und unternehmerischen Initiative des Gründers konnte bereits Ende des 19. Jahrhunderts ein Grundstück für ein Werkstatt- und Bürogebäude erworben werden.

1900 – Der internationale Durchbruch
1901 entschloss sich Julius Klinghammer, den Kaufmann Heinrich Kricheldorff als Teilhaber mit ins Boot zu nehmen. Überregionale Anerkennung erlangte Klinghammer 1903 mit dem Bau von Verschließmaschinen mit Rollensystemen. 1904 verstarb Julius Klinghammer ganz unerwartet. Nach seinem Tod fiel Heinrich Kricheldorff als alleinigem Inhaber die schwierige Aufgabe zu, den Betrieb weiterzuführen. Mit der Entwicklung von Verschließ-Halbautomatikmaschinen, Bördelmaschinen und einem Gummierautomaten gelang erstmals der internationale Durchbruch.

1920 – Bahnbrechende Entwicklungserfolge
1919 starb Heinrich Kricheldorff, fand aber in seinem Sohn Georg einen würdigen Nachfolger. Die Teilung des Fabrikationsprogrammes durch die Gründung einer Schwesterfirma Herbort, Kricheldorff und Brüser in Maschinen für die Konservenfabriken einerseits und in Blechwaren, die in Klinghammers Hand verblieb, andererseits, ermöglichte eine Spezialisierung der Produktionsprozesse. Bereits 1935 wurde das Schwesterunternehmen durch das Ausscheiden der Geschäftsführer wieder aufgelöst und der Fa. Klinghammer angegliedert. Während dieser Zeit der Spezialisierung gab es bahnbrechende Entwicklungserfolge, wie z.B. in der Weiterentwicklung der Antriebstechnik von Werkzeugmaschinen, wodurch eine optimale Ausnutzung der Kapazitäten ermöglicht wurde.

1940 – Turbulente Jahre
Am 01. April 1944 feierte das Unternehmen Julius Klinghammer 50. Geburtstag. Zwei Weltkriege und der technologische Wandel (Umstellung von Schwarz- auf Weißblech) zwangen das Unternehmen, sich mehrmals radikal anzupassen. Neben dem Wiederaufbau galt es auch, die seit Jahren unterbrochenen internationalen Geschäftsverbindungen wieder aufzubauen. Georg Klinghammer meisterte diese Schwierigkeiten mit unternehmerischen Mut und dem Team seiner Beschäftigten. In dieser Zeit verließen ganz neu konstruierte Maschinen die Hallen Klinghammers. Verschließmaschinen, Tafel- und Rollenscheren, Runde- und Auseckmaschinen wurden zur Serie gebracht.

1960 – Ausbau der Produktpalette
1954 feierte Georg Kricheldorff sein 40jähriges Firmenjubiläum, wurde aber kurze Zeit später durch einen tragischen Unglücksfall aus dem Leben gerissen. 1955 wurde die Firma zu einer Kommanditgesellschaft umgewandelt, mit dem Kaufmann Anulf Kricheldorff und seiner Schwester Hildegard Bürig als Gesellschaftern.

Bereits Anfang der 50er Jahre zeichnete sich ab, dass der deutsche Markt seine Sättigungsgrenze bald erreichte. 1959 ermöglichte die Stauchbördelmaschine Modell 481 abermals den großen Durchbruch. Die solide Bauweise der Klinghammer Maschinen verhalf dem Unternehmen zu internationaler Anerkennung. Zunächst eroberte Klinghammer den französischen Markt. Es folgten England, Spanien, Belgien, Skandinavien und Afrika.

Bei der Erschließung der neuen Märkte erkannte man das erste Mal den Bedarf, gebrauchte Maschinen wieder instand zu setzen, da man auf Klinghammer-Maschinen traf, die auf anderen Wegen internationale Standorte gefunden haben. Es existierte Nachfrage! 1965 gelang die Erschließung des US-amerikanischen Marktes. In dieser Zeit verfestigte sich nochmals die Unternehmensstrategie: Mit sehr viel Know-How, Präzision und Zuverlässigkeit Klinghammer Maschinen zu bauen, deren Stärke die große Flexibilität war und nicht große Mengen eines Dosentyps auf Hochleistungsmaschinen zu produzieren.

Anfang 1966 wurde der horizontale Verschließ- und Anrollautomat „Mod. HVA 340“ entwickelt.

Anfang 1967 übernahm die Firma ein komplettes Bauprogramm von Abfüllmaschinen und entwickelte eigene Klein-Abfüllmaschinen als zweites Standbein neben den Maschinen zur Dosenherstellung. Eine intensive Weiterentwicklung dieser Maschinen hat allerdings nicht stattgefunden.

1980 – Im Zeichen der Rationalisierung
Seit 1973 setzte die Phase der Rationalisierung in der westdeutschen Wirtschaft ein. Dieser Prozeß wurde durch Fusionierungen und Übernahmen begleitet. Während in den 50er Jahren über 400 dosenproduzierende Unternehmen in Deutschland existierten, schrumpfte diese Zahl bis Ende der 80er auf 25 Unternehmen. In dieser Zeit begann die Zeit des Lötbodymakers zu Ende zu gehen und wurde durch Hochleistungsschweißautomaten abgelöst.

Der Vorstoß bis auf den japanischen Markt verlief über Fachmessen zur Steigerung des Bekanntheitsgrades und Mund-zu-Mund Propaganda. Doch Mitte der 80er wuchs die südostasiatische Konkurrenz. Um weiterhin konkurrenzfähig zu bleiben, erweiterte Klinghammer seine Angebotspalette um den Bereich Service und Dienstleistung.

1989 übergab Anulf Kricheldorff die Firma an seinen Neffen. Unter seiner Führung wurden Schwerpunkte auf das interne Konstruktionsbüro gesetzt und Klinghammers neue Stärke wurde, auf individuelle Kundenwünsche einzugehen. Entwicklungsschwerpunkte wurden Betriebssicherheit, neue Produkte und Vollautomatisierung. Seit1992 arbeitet der Betrieb ausschließlich auf EDV-Basis, wodurch interne Prozesse optimiert werden konnten.

In den nun folgenden Jahren wurde die bisherige Strategie Klinghammers neu überdacht, denn ein möglichst breites Programm an Maschinen anzubieten, dafür aber preislich im High-End-Bereich zu liegen, ging zu Lasten der Wettbewerbsfähigkeit. In der Vergangenheit ging das Konzept auf, mit den gut laufenden Maschinen Nachfragerückgänge bei anderen Maschinen zu kompensieren. Doch die zunehmende Konzentration des Wettbewerbs veranlaßte Klinghammer abermals zu einem Richtungswechsel. 1997 erfolgte der Umbruch: Die Konzentration ausschließlich auf Produkte und Märkte mit hohem Know-How-Anteil im Back-End-Bereich. Die Firma „Julius Klinghammer Maschinenbau“ ging in einem neuen Unternehmen auf -„Klinghammer Can Technology“, das ab sofort den erfolgreichen Maschinenbau mit modernster Informationstechnologie verbindet.

2000 – Teilstrecken aus einer Hand
Im April 2002 übernahm Klinghammer die Teile von Bertil Ohlsson, Marktführer im Bereich Expandieren, um die eigenen Marktanteile auszubauen und dem Kunden ein komplettes hochqualitatives Produktspektrum im back-end zu liefern.

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